Von Eric Schmidt

Gewichtheben - Bei Martina Dosquet geht derzeit ganz schön die Post ab. Jeden Tag treffen neue E-Mails ein − von Gewichthebern aus Frankreich, Russland oder Tschechien. Sie alle haben Fragen. Fragen zu den Übernachtungsmöglichkeiten, zu den Trainingsbedingungen und zu den Wettkampfterminen. Martina Dosquet, die Abteilungsleiterin des TSV Heinsheim, weiß Bescheid. Und schreibt gewissenhaft zurück.

Nur noch 45 Tage, dann ist es soweit. Dann steigt vom 28. Mai bis 4. Juni das European Masters, das nach 2006 bereits zum zweiten Mal in Heinsheim ausgetragen wird. Die Vorbereitungen für diese Europameisterschaft der Senioren laufen seit Monaten auf Hochtouren. Ein eigens gegründetes Organisationskomitee nimmt die Dinge in Angriff , plant und delegiert. Und wer den TSV Heinsheim kennt, weiß, dass er es besonders gut machen will.

2006.

Die Titelkämpfe von damals haben international Maßstäbe gesetzt. Sie gelten in der Szene heute noch als die Festspiele schlechthin. "Jetzt haben wir den Anspruch, es noch besser zu machen, was enorm schwierig ist, nachdem 2006 so gut angenommen worden ist", sagt Martina Dosquet.

Hochbetrieb

Allein logistisch kommt einiges zu auf den Verein. 609 Meldungen liegen vor, aus 33 Ländern. Der älteste Teilnehmer heißt André Guygauthier, reist aus Frankreich an und ist 85 Jahre, die jüngsten Recken sind Mitte 30. Alles in allem werden rund 40 Athleten mehr an die Hantel gehen als 2006. Auch der Anteil der Frauen ist gestiegen.

Den Gästen aus Europa soll es gut gehen. Wie schon 2006 richtet der TSV einen Shuttleservice ein, der die Gewichtheber von den Hotels in die Josef-Müller-Halle bringt. Das Kleintierzüchterheim wird zum Trainingszentrum, der große Saal am Veranstaltungsort zur Mensa umfunktioniert. Der Speiseplan, er kann sich sehen lassen. Jeden Tag gibt es ein Tagesessen, das dem internationalen Geschmack entspricht. Mal wird Rigatoni Bolognese, mal ein Fischfilet oder serbische Bohnensuppe serviert.

Besonders gefordert sind die Bäcker im Verein. "Ich bin schon in mehreren E-Mails gefragt worden, ob es wieder den hervorragenden Kuchen gibt", berichtet Martina Dosquet. Es gibt ihn, natürlich. Vor fünf Jahren waren die Torten und Kuchen weggegangen wie warme Semmeln, täglich musste frische Ware nachgeliefert werden.

Besonderes Erlebnis

Klar, ein bisschen hat man in den vergangenen Jahren auch bei der Konkurrenz abgeschaut. Bei der EM in Linz beispielsweise, wo das Live-Protokoll im Internet mit Livebildern unterlegt worden war. "Das hätten wir auch gerne gehabt. Leider müssen wir aus technischen Gründen darauf verzichten", sagt Martina Dosquet. Trotzdem, so ist sie überzeugt, werden es wieder "ganz besondere" Europameisterschaften werden in Heinsheim.

Klar, dass sich der TSV auch sportlich einiges ausrechnet. Mehrere Titelkandidaten hat der Verein im Rennen. Routinier Heinz Schulz beispielsweise. Ralf Fein. Walter Kirrstetter. Und natürlich Oliver Ehemann, der heiß ist auf die Titelkämpfe. "Ich bin mitten in der Vorbereitung", sagt der Heber aus der Bundesliga-Mannschaft. "Für mich ist das ein Höhepunkt."