Interwiev mit Ralf Fein in der Kraichgau Stimme
von Eric Schmidt
Die Männer in den blauen Kampfanzügen behielten ihre weiße Weste: Mit einem 628,6:608,0-Erfolg im Gipfeltreffen beim AC Weinheim feierten die Zweitliga-Gewichtheber des TSV Heinsheim den sechsten Sieg im sechsten Wettkampf. „Wir haben die Meisterschaft fest im Blick“, sagt Routinier Ralf Fein in einem Gespräch mit Eric Schmidt.
Herr Fein, wie war die Stimmung auf der Heimreise nach Heinsheim?
Ralf Fein: Wunderbar! Wir hatten einen voll besetzten Bus. Anschließend sind wir noch ein bisschen zum Fasching gegangen.
Wohin denn?
Fein: Nach Heinsheim, in die Halle. Dort waren zwei Tische für uns reserviert, so dass wir feiern konnten. Aber wie gesagt: Die Stimmung war vorher bereits sehr gut. Bei uns im Bus wird ja immer gesungen.
„Nie mehr 2. Liga“ gehört auch zum Repertoire?
Fein: Nein! Wir sind Realisten genug. Erstens sind wir noch gar nicht in der 1. Liga, zweitens kann man schnell wieder in der 2. Liga sein.
Es scheint ein heißer Wettkampf gewesen zu sein in Weinheim.
Fein: Es war eine ganz enge Kiste. Der AC Weinheim ist gegen uns immer besonders motiviert und vor allem im Reißen sehr gut. Im vergangenen Jahr haben wir dort noch verloren. Weinheim hat uns auch dieses Mal alles abverlangt. Wobei wir gewusst haben, dass wir hinten raus, im Stoßen, gewisse Vorteile haben.
Marcel Heinzelmann kommt immer besser in Schwung.
Fein: Marcel kommt langsam in den Bereich, den er sich vorstellt. Bei 121 Kilogramm steht seine Bestleistung im Reißen, gegen Weinheim kam er auf 120 Kilo. Falk Künzel hat mit 136 Kilogramm im Stoßen eine neue Bestleistung aufgestellt. Den Hut muss man auch vor Kai Wittmann ziehen. Er hatte eine Migräne und musste sich zwischen dem Reißen und Stoßen übergeben. Aber er hat auf die Zähne gebissen, trotz der ganzen Probleme.
Am 9. Februar steigt der Heimkampf gegen den KSV Hostenbach. Feiert der TSV dann die Meisterschaft?
Fein: Wir werden alles auspacken. Wir wollen mit einer Spitzenleistung die Meisterschaft unter Dach und Fach bringen. Es ist der letzte Heimkampf in der Punkterunde, das soll eine richtige Sause geben. Mal schauen, ob wir dabei unsere Saisonbestleistung von 640,6 Punkten übertreffen können. Wenn alle fit bleiben, dann sollte das auf jeden Fall unser Ziel sein.
Und dann gäbe es noch einen Relegationskampf um den Aufstieg gegen den Meister der 2. Liga West?
Fein: Richtig. Wir gehen im Augenblick davon aus, dass wir gegen den VfL Duisburg heben würden. Der ist Tabellenführer in der 2. Liga West. Der Wettkampf würde bei uns, am 6. April in Heinsheim, stattfinden. Das wäre ein schöner Höhepunkt.
Wie stark ist der VfL?
Fein: Seine Saisonbestleistung liegt bei 614 Punkten.
Das heißt: Es sieht relativ gut aus für den TSV.
Fein: Das kann man so sagen – wenn nichts Schlimmes mehr passiert, wenn sich niemand verletzt. Vielleicht ist bis dahin auch Michael Teichert wieder einsatzfähig. Die Mannschaft jedenfalls will hoch. Als Meister sind wir noch nie in die 1. Liga aufgestiegen. Das letzte Mal ging es ja über den grünen Tisch.