Von Eric Schmidt

Ein starkes Team: Die Gewichtheber des TSV Heinsheim feiern ihre erste Meisterschaft in der 2. Bundesliga Südwest. „Was die Mannschaft geleistet hat, ist super“, sagt Abteilungsleiterin Martina Dosquet.

Gewichtheben - Martina Lang hat es schon immer gewusst: Dieser Verein ist allererste Sahne. Deshalb brachte die Rentnerin dem TSV Heinsheim zur großen Meisterschaftsfeier am Samstagabend eine besondere Ehrengabe mit – eine selbstgemachte Biskuittorte. Die hatte es in sich: Zehn Eier, fünf Becher Sahne, dazu jede Menge Mehl und Zucker. Eine Rose aus Marzipan verzierte den Kuchen ebenso wie eine Hantel aus Keksen und Schokolade. Erfolg kann sooo süß sein.

Geballte Kraft: Falk Künzel stellt neue persönliche Bestleistungen auf.
Die Kalorienbombe war das passende Geschenk: Niemand vernascht die Konkurrenz so gut wie die Gewichtheber in den blauen Kampfanzügen: Am Samstag putzte die Mannschaft von Ferdinand Wittmann und Karlheinz Grauf den KSV Hostenbach. 646,6:493,8 lautete das Ergebnis einer eindrucksvollen Machtdemonstration der Stärke. Es war der siebte Sieg im siebten Wettkampf, der die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Südwest vorzeitig perfekt machte.

„Wir haben es allen gezeigt. Unsere Mannschaft hat sich diesen Titel verdient“, jubelte Routinier Oliver Ehemann über die erste Zweitliga-Meisterschaft in der Vereinsgeschichte. „Das ist herrlich“, ergänzte Falk Künzel und meinte: „Ich kann das noch gar nicht realisieren.“

Tonangebend: Die Fans besingen den „Stern, der über Heinsheim steht“.
Der Triumph wurde bis in die Nacht ausgekostet. Keinen der 350 Schaulustigen in der Josef-Müller-Halle hielt es mehr auf den Sitzen. Die Fans feierten ihre sechs Musketiere mit stehenden Ovationen, der Heinsheimer Carnevalsverein gab ein Ständchen und besang den „Stern, der über Heinsheim steht“. Die Sternsinger, sie waren Meistersinger und rissen das Publikum mit. Die Mannschaft selbst schlüpfte in eigens angefertigte Titel-T-Shirts. Der Stoff, aus dem die Träume sind, war weiß. Wie die weiße Weste, die der TSV seit Saisonbeginn trägt.

„Hut ab! Was die Mannschaft geleistet hat, ist super“, sagte Abteilungsleiterin Martina Dosquet und verwies auf die 646,6 Punkte, die Saisonrekord bedeuteten. Wieder einmal hatte ihre Mannschaft alles aus sich herausgeholt. Wieder einmal hatte sie alles gegeben. Falk Künzel stellte mit 113 Kilogramm eine neue Bestleistung im Reißen auf, der er eine Einstellung der Bestleistung im Stoßen (136 Kilogramm) folgen ließ. Ähnliches gelang Marcel Heinzelmann, der erstmals für den TSV 150 Kilogramm bewältigte.

Süße Gabe: Martina und Tatjana Lang schenken dem TSV eine Biskuittorte.
Für ihn und die Mannschaft steigt in vier Wochen der letzte Wettkampf beim ASV Speyer. Wie es dann weitergeht, steht noch nicht fest. Möglich, dass der TSV Heinsheim direkt in die 1. Bundesliga aufsteigt. Möglich, dass er erst einen Relegationskampf gegen den Meister der 2. Liga West überstehen muss. Das könnte der KSV Langen oder der VfL Duisburg sein. „Falls dieser Wettkampf stattfindet, haben wir auf jeden Fall Heimrecht – weil wir das beste Relativergebnis erzielt haben“, erklärt Dosquet. Vielleicht können dann auch die Gundelsheimer Guggenmusiker ihr Meisterkonzert nachholen. Den geplanten Auftritt am Samstag mussten die Päperer abblasen. 20 Musiker waren erkrankt.

TSV Heinsheim: Kai Wittmann (64,8 kg Körpergewicht) 97,0 Punkte (Reißen 97 kg/Stoßen 160 kg); Ilian Tzankov (67,5 kg) 167 Punkte (134 kg/160 kg); Ralf Fein (69,3 kg) 87,0 Punkte (98 kg/122 kg); Falk Künzel (77,7 kg) 95,0 Punkte (113 kg/136 kg); Marcel Heinzel mann (83,7 kg) 100,6 Punkte (118 kg/150 kg); Oliver Ehemann (109,2 kg) 100,0 Punkte (133 kg/175 kg)