Gewichtheben - Die Nachwuchsarbeit des TSV Heinsheim hat konkrete Formen angenommen.
Rund ist er geworden und groß, der Bauch von Martina Dosquet - was keine Überraschung ist. Die Abteilungsleiterin der Zweitliga-Gewichtheber ist im neunten Monat schwanger. Nicht mehr lange, und der Neuzugang namens Natalie kommt auf die Welt. „Am 2. Oktober ist Geburtstermin“, sagt Dosquet und meint: „Ich hoffe, dass sich unsere Tochter daran hält. Am Samstag habe ich eigentlich keine Zeit.“ Es kribbelt im Bauch - auch in sportlicher Hinsicht. Am Samstag, 20 Uhr, beginnt für den TSV das Kräftemessen. Nicht der Kreißsaal, sondern die Neckarhalle ist das Ziel von Martina Dosquet. Dort bestreiten die sechs Musketiere des Vereins den ersten Wettkampf der Saison, auswärts beim Lokalrivalen SV Germania Obrigheim II.
Nicht nur für dieses Derby haben sich die Heber aus Heinsheim einiges vorgenommen. In der vergangenen Saison war die Mannschaft von Karlheinz Grauf und Ferdinand Wittmann Vizemeister geworden, das ist auch in der neuen Runde die Messlatte. „Wir wollen wieder vorne dabei sein“, sagt Routinier Ralf Fein. „Platz zwei wie im vergangenen Jahr sollte es schon werden. Was schlechter ist, wäre eine Enttäuschung“, gibt Martina Dosquet zu. Dass es für ganz oben reichen wird, glaubt die First Lady der Gewichtheber nicht. Topfavorit sei Bundesliga-Absteiger AV 03 Speyer. Er habe groß eingekauft und eine Mannschaft aufgebaut, die zwischen 750 und 800 Punkte stemmen könne. „Das ist nicht so die Kragenweite für die 2. Liga. Das ist eher Erstliga-Niveau.“
Ein Neuzugang Der TSV hat nicht geklotzt. Warum auch?! Die Mannschaft ist eine Einheit und hält zusammen, alle Athleten blieben bei der Stange. „Tiger“ Ilian Tzankov greift ebenso wieder zur Hantel wie Oliver Ehemann, Kai Wittmann, Falk Künzel, Michael Teichert und der „ewige Fein“, Ralf Fein. Lediglich ein Neuzugang wurde verpflichtet: Marcel Heinzelmann, ein junger, motivierter Modellathlet aus St. Georgen, der um die 100 Punkte pro Wettkampf beisteuern will, derzeit allerdings von einer Oberschenkelzerrung ausgebremst wird.
Es hätte nicht der einzige Neue sein müssen. Auch Artan Suli, der Star des AV Speyer, wäre eine Option gewesen. Im vergangenen Jahr hatte Suli einmal im Training teilgenommen, vor dieser Saison fragte er per E-mail an. Doch für den TSV war das Kraftpaket kein Thema. „Er passt nicht zu uns. Er folgt dem Ruf des Geldes, und es ist ihm egal, wo er hebt. Da fehlt es an der Identifikation“, sagt Dosquet. Mittlerweile ist Suli an der Ostsee gestrandet, beim TSV 1860 Stralsund.
Den Mannschaftsrekord zu knacken - das ist eines der Ziele, die der TSV Heinsheim verfolgt. In der vergangenen Saison war der Verein davon etliche Kilopunkte entfernt, auch aus gesundheitlichen Gründen. Ehemann hatte sich beim Treppensteigen am Schienbein verletzt, Teichert zog sich beim Fußballspielen einen Kahnbeinbruch an der linken Hand zu. Teichert wurde vor wenigen Wochen operiert, er muss passen in den ersten Wettkämpfen der Saison. „Es gibt schon ein ganzes Bilderbuch von seinem Handgelenk. So oft wurde Michael untersucht und geröntgt“, sagt Martina Dosquet. esc