Von Milva-Katharina Klöppel 

Gewichtheben - Der größte und hellste Vollmond des Jahres stand am Nachthimmel, als auch in Heinsheim der Stern wieder zu leuchten begann. Beim wichtigen Kellerduell der ersten Bundesliga Mitte im Gewichtheben gegen den VfL Duisburg-Süd konnte der TSV Heinsheim seinen ersten Saisonsieg feiern.

Bereits zum dritten Mal in Folge knackten die Heinsheimer mit 627,8 Punkten die magische 600-Relativpunkte-Marke. Damit wurden sie nicht nur ihrer Favoritenrolle gerecht, sondern lagen am Ende deutlich vor den Nordrhein-Westfalen, die sich mit 553,2 Punkten zwar ebenfalls steigerten, aber zu keiner Zeit die Nase vorne hatten.

Bestleistungen

Ein zweites Obrigheim sollte es am Samstagabend in der Josef-Müller-Halle nicht geben, da waren sich alle einig. Souverän legten die Mannen um Mannschaftssprecher Oliver Ehemann deshalb den Grundstein zum Klassenerhalt. Nur eine halbe Stunde vor dem Ende wurde es noch einmal richtig spannend für die rund 250 Fans: Beim Stoßen scheiterte Marcel Heinzelmann im ersten Versuch an 148 Kilogramm und ließ so die gegnerische Mannschaft bis auf 5,2 Punkte gefährlich nahe herankommen. Doch auch der zweifache Bezirksmeister ließ es zu keinem Loch kommen, und so war am Ende sogar noch Luft für Spielereien. Mit 182 Kilo versuchte sich Oliver Ehemann an einer neuen persönlichen Bestleistung. Daumen und Zeigefinger von Cheftrainer Ferdinand Wittmann zeigten nach dem Scheitern des „Schneemanns“, dass nur noch wenig Kraft in den Beinen gefehlt hat, um die technische gute Ausführung zum Erfolg zu bringen.

Für zwei der Heinsheimer war es zudem kein Wettkampf wie jeder andere. Michael Teichert, der ehemalige Duisburger, ging zum ersten Mal auf Punktejagd gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden. „Da ist man natürlich doppelt motiviert und will den Kontrahenten hoch schlagen“, so der 22-Jährige. Die meiste Zeit seines Lebens, rund 16 Jahre, hat er schließlich im Ruhrgebiet trainiert. Ein kleines bisschen Heimweh lässt sich da nicht leugnen, auch wenn es ihm am Neckar sehr gut gefällt. „Einige meiner Freunde meinen jetzt aber, dass ich nach zwei Jahren in Heinsheim langsam anfange zu schwäbeln“, wundert sich Teichert und lacht.

Ein weiterer Heber, der sich im Unterland mehr als heimisch fühlt, ist Iliyan Tzankov. Der kurzzeitig gesperrte Bulgare konnte sich erstmals dem heimischen Publikum präsentieren und wurde wie ein verlorener Sohn gefeiert. „Dass der Tiger trotz einer Grippe und einer zwei Kilo Abnahme, noch die 155 Kilogramm an der Hantel stößt, hätte ich nicht gedacht“, erklärt Abteilungsleiterin Martina Donsquet. Der dritte Advent - ein doppelter Feiertag für die Heinsheimer.

Die Leistungen der Heinsheimer Heber: Erik Kübler (Körpergewicht: 55,0) 79,0 KP (Reissen 74 kg/Stoßen 85 kg), Kai Wittmann (64,6 kg) 92,0 KP (97 kg/113 kg), Iliyan Tzankov (66,9 kg) 158,0 KP (127 kg/155 kg), Michael Teichert (76,5 kg) 90,0 KP (105 kg/136 kg). Marcel Heinzelmann (84,6 kg) 106,8 KP (128 kg/148 kg), Oliver Ehemann (111,5 kg) 102,0 KP (135 kg / 176 kg).