Frau Dosquet, beim Wettkampf gegen den VfL Duisburg Süd am vergangenen Samstag hatten sie innerhalb von einem Monat zum zweiten Mal Besuch von der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada)?
Martina Dosquet: Das war in der Tat sehr merkwürdig. Ich habe keine Ahnung, nach welchen Kriterien die Nada vorgeht, aber wir wurden schließlich erst vor drei Wochen in Obrigheim getestet. Besonders merkwürdig auch, weil ja am selben Abend nur 50 Kilometer weiter der Spitzenkampf der Bundesliga stattgefunden hat.
Wer wurde denn neben Iliyan Tzankov, der als Ausländer immer gesetzt ist, noch kontrolliert?
Dosquet: Kai Wittmann wurde ausgelost. Wir waren diesmal übrigens gar nicht zufrieden, wie die Kontrolle abgelaufen ist. Normalerweise geht das Prozedere doch recht schnell. Am Samstag haben sich die Herren aber viel Zeit gelassen. Kai Wittmann musste alleine eine Stunde warten, bis er seine Urinprobe abgeben durfte. Das ist Druck im wahrsten Sinne des Wortes und sorgt für Ärger bei den Athleten.
Trotzdem: Der erste Sieg der Saison...
Dosquet: Ja, der hat sich sehr gut angefühlt. Ich befürchte aber leider, dass wir jetzt wieder in eine Durststrecke kommen. Der zweite Sieg folgt spätestens, wenn wir in der Rückrunde wieder auf den VfL Duisburg Süd treffen.
Der „Tiger“ Iliyan Tzankov wurde vom heimischen Publikum wie ein heimgekehrter Sohn gefeiert.
Dosquet: Er gehört zur Familie - in Wettkampfzeiten wohnt er ja auch bei uns im Gästezimmer. Jetzt ist er aber bei seiner Frau und Tochter in Bulgarien. Dort wird er auch Weihnachten und Silvester feiern.
Wird er auch nach dieser Saison für Heinsheim an die Hantel treten?
Dosquet: Mit 35 Jahren ist auch Tzankov nicht mehr der Jüngste. Wie es genau weitergehen wird, weiß er aber auch noch nicht genau. Eine Entscheidung wird erst im Sommer fallen. Insgesamt hat ihn die Kollektivsperre für Gewichtheber aus Bulgarien schon zurückgeworfen. Das fehlende Training von zwei Monaten ist spürbar.
Und immerhin gehört man mit 35 Jahren bei den Gewichthebern schon zu den Senioren...
Dosquet: Genau, wir planen, 2011 wieder die Senioren-Europameisterschaften im Gewichtheben in die Josef-Müller-Halle zu holen. Das ist uns ja bereits 2006 geglückt und kam super gut an. Die Entscheidung fällt Mitte Mai nächsten Jahres. Drei Mitbewerber gibt es noch.