Gewichtheben - Für die Fans des TSV Heinsheim ist es fast schon wie ein Naturereignis. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, greifen die Zweitliga-Gewichtheber mal wieder vor eigenem Publikum, in der Josef-Müller-Halle, zur Hantel − und dort hat man die starken Männer in der Vergangenheit ungefähr so häufig gesehen wie den Halleyschen Kometen. "Diese Saison ist schon merkwürdig. Im Oktober hatten wir unseren bislang einzigen Heimkampf, und dann waren wir gleich drei Mal in Folge auswärts", sagt Abteilungsleiterin Martina Dosquet.

 

Spannung Die Anhänger können sich auf einiges gefasst machen: Gegner am Samstag, 20 Uhr, ist der VfL Nagold, und der große Nebenbuhler um Platz zwei wird alles dafür tun, damit sich der TSV Heinsheim strecken muss − zumal der TSV auch in diesem Wettkampf aller Voraussicht nach nicht auf seine Stammformation zurückgreifen kann. Sorgenkind ist nach wie vor der Routinier im Team, Oliver Ehemann.

"Bei Oli blockiert ständig der Rücken. Er hat diese Woche nochmals getestet, aber bei 80, 90 Kilogramm macht der Rücken zu", sagt Martina Dosquet und fügt hinzu: "Er selbst ist ziemlich genervt. Aber es ist halt so: Wenn man älter wird, wird auch der Körper anfälliger."

Muss Ehemann passen, wird Lars Wittmann in die Bresche springen. Das Nachwuchstalent ist nach seiner krankheitsbedingten Auszeit und Problemen mit der Bauchspeicheldrüse wieder zu Kräften gekommen und hat am vergangenen Wochenende, im Wettkampf der zweiten Mannschaft, gezeigt, was in ihm steckt. 95 Kilogramm im Reißen, 115 Kilogramm im Stoßen − machte zusammen 80 Relativpunkte. "Das war richtig gut. Und es hat mich überrascht, wie weit er schon ist. Die 80 Punkte, die waren stabil", erklärt Martina Dosquet. Möglich, dass nicht nur Lars Wittmann einspringt. Robin Künzel ist angeschlagen, und so kann es sein, dass der Mann mit dem Künstlernamen "Rob" zumindest im Reißen von Erik Kübler vertreten wird − eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Wir haben jetzt keine Pausen mehr, keine Regenerationsphasen. Da muss man schauen, dass man Kräfte schont und die Mannschaft halbwegs gesund durch die Saison bekommt", sagt Dosquet.

Augenhöhe Was drin ist gegen Nagold? Die Abteilungsleiterin rechnet mit einer "richtig engen Nummer". Der VfL Nagold sei im Stoßen eine Bank und habe im Verlaufe dieser Saison schon mehr Punkte erzielt als der TSV. Außerdem habe Bundeskader-Athlet Ingolf Keba seine Verletzung auskuriert und den Trainingsrückstand aufgeholt. "Nagold kann jetzt deutlich über 600 Relativpunkte erzielen", glaubt Dosquet und befürchtet, "dass es spannender werden könnte als uns allen lieb ist". Nach Ingolf Keba sind vor allem Sergej Sadoja (rund 120 Relativpunkte) und Roman Schilzow (100 Relativpunkte) eifrige Punktesammler.

Ach ja: Den nächsten Wettkampf bestreitet der TSV Heinsheim im Übrigen erneut zu Hause − am Samstag, 28. Januar, gegen den KV Langen. Die Zeiten, da die Mannschaft eine "Fremdenlegion" und nur noch auswärts antritt, sind damit endgültig vorbei. esc/mdo