Aleksandar Dimitrov glänzt auch bei der 0:3-Niederlage gegen den AC St. Ilgen
Siegerehrungen mögen sie beim TSV Heinsheim. Nicht, dass der Verein besonders erfolgreich wäre in der 1. Bundesliga West, bislang hat er jeden Wettkampf verloren. In einer Wertung liegt der Aufsteiger aber immer vorn: in der Einzelwertung. Auch am Samstagabend ist das so. Als Hallensprecher Ralf Fein die Leistungen aller Gewichtheber präsentiert, wird als Bester einer aus den eigenen Reihen gekürt: Aleksandar Dimitrov. "Er hat genau 180 Punkte", verkündet Fein unter dem Jubel der Fans in der Josef-Müller-Halle.
Mit 0:3 (610,0;648,9) hat der TSV zu Hause gegen den AC St. Ilgen verloren, einen Kampf, der bis auf Weiteres der letzte Heimkampf in der 1. Liga gewesen ist. Traurig ist deshalb niemand. Der Tabellenletzte hat mit 610 Punkten eine Saisonbestleistung aufgestellt, obendrein hätte er fast seinen ersten Zähler geholt im Oberhaus − nur hauchdünn, mit 384,5:389,9 Punkten, muss er sich in der zweiten Teildisziplin, dem Stoßen, geschlagen geben.
Aleksandar Dimitrov ist wie immer eine Klasse für sich. Im Reißen lässt er den 145 Kilogramm im ersten 150 Kilogramm im zweiten Versuch folgen, im Stoßen stemmt er 186 Kilogramm in die Höhe. Nur knapp scheitert der junge Bulgare bei seinem Rekordversuch über 192 Kilogramm. Mit den 180 Punkten, die er sich erkämpft, ist er auch im fünften Wettkampf der beste Heber des Abends. In der aktuellen Bundesliga-Bestenliste liegt er mit 184 Punkten auf Platz zwei − nur Ivan Markov vom SV Obrigheim (200,6 Punkte) war in dieser Saison besser.
Genugtuung "Wir sind richtig, richtig stolz, dass wir so jemanden haben. Er ist der konstanteste Heber in der 1. Liga", sagt Ralf Fein. "Er ist weltklasse", erklärt Trainer Ferdinand Wittmann und ergänzt: "Bei ihm stimmt alles. Die Technik. Die Schnelligkeit. Die Einstellung."
"Sascha", wie die Heinsheimer ihren 24 Jahre alten Star nennen, hat zwei Gesichter. Stundenlang, mit einer Engelsgeduld, kann er in den Stunden vor dem Wettkampf mit Natalie Fein, der Tochter von Ralf Fein und Martina Dosquet, im Kinderzimmer spielen und jeden Spaß mitmachen. Auf der Bühne aber ist Schluss mit lustig. ,"Seine Augen explodieren", sagt Ralf Fein. Was er noch vorhat in seiner Karriere? Konkrete Ziele hat Aleksandar Dimitrov nicht, er will sich einfach nur verbessern. "In Bulgarien sagt man: Mit dem Essen kommt der Appetit." Ferdinand Wittmann hält alles für möglich: "In ein, zwei Jahren wird er 200 Punkte machen, das garantiere ich. Er ist noch jung, er hat Zeit."
Als nächstes greift Dimitrov im Auswärtskampf in Speyer zur Hantel. Auch wenn der TSV im sechsten Kampf zum sechsten Mal verlieren wird: In der Einzelwertung wird er die Nase vorn haben. Denn der Beste kommt immer aus Heinsheim.
TSV Heinsheim: Erik Kübler (Körpergewicht: 60,1 kg) 83,0 KP (Reißen: 85 kg/Stoßen: 102 kg); Kevin Kübler (73,8 kg) 90,0 KP (103 kg/130 kg); Aleksandar Dimitrov (78,9 kg) 180,0 KP (150 kg/186 kg), Falk Künzel (81,9 kg) 86,2 KP (115 kg/135 kg); Marcel Heinzelmann (84,1 kg) 90,8 KP (120 kg/139 kg); Oliver Ehemann (114,8 kg) 80,0 KP (125 kg/165 kg)