Bundestrainer Oliver Caruso war am Wochenende zu Gast beim TSV Heinsheim

 

Viele hätten ihn vielleicht auch in Obrigheim erwartet − bei seinem SV im Wettkampf gegen den KSV Durlach. Oliver Carusos Weg führte ihn am Samstagabend dann aber doch nach Heinsheim. "Ich komme gerne nach Heinsheim. Hier hat es mir immer sehr gefallen. Die Atmosphäre ist gut", begründete Caruso seine Entscheidung.

Nicht ganz ohne Grund war er gekommen, wollte Caruso doch einen Blick auf seine Nationalmannschaftsathleten werfen. Schließlich beginnt für die demnächst die heiße Phase − Qualifikation für die Europameisterschaft, dann das Turnier selbst und im Sommer die Olympischen Spiele in Rio.

Kein Glücksbringer Als Glücksbringer konnte er für die Heinsheimer Heber nicht fungieren. Nicht, dass ein Sieg des TSV über die Speyrer an diesem Abend im Bereich des möglichen gewesen wäre. Aber auch im für Heinsheim wichtigen Parallelwettkampf zwischen St. Ilgen und Mutterstadt sah es am Ende nicht so aus, wie man es sich im Kraichgau erhofft hätte. Mutterstadt siegte − für den TSV Heinsheim macht das die Mission Klassenerhalt beim letzten Wettkampf beim direkten Konkurrenten zur Mammutaufgabe.

Dabei wäre wohl auch der Bundestrainer von einem Verbleib des TSV in der Liga sehr angetan − nicht nur wegen der Atmosphäre. "Es wäre schön und wichtig, wenn Heinsheim in der ersten Liga bleiben würde. Ich weiß, wie der ganze Ort hinter dieser Mannschaft steht", hofft Caruso mit dem TSV. Wenn man sehe, wie der Verein immer wieder seine "Ausländer" integriere und sich um sie kümmere: "Vorbildlich. Mir gefällt das. Sie holen nicht einfach nur jemanden, der dann wieder geht. Sie versuchen die Leute hier wachsen zu lassen. Mir gefällt das sehr, wie sie hinter ihren Athleten stehen. Das zeichnet den Verein aus", lobt Caruso.

Und ganz fremd sind die Heber des TSV dem 41-Jährigen als Bundestrainer ohnehin nicht. Schließlich haben sie mit Patrick Carvalho einen in Heinsheim, dem sie ganz Großes zutrauen. "Früher war er noch sehr fußballlastig und konnte sich nicht entscheiden, was er weitermachen will. Ich hätte mir gewünscht, er hätte die Entscheidung früher getroffen. Für Patrick ist es noch zu früh. Er muss sein Trainingspensum erhöhen und Masse zulegen. Dann wird man sehen, wie er die Belastung wegsteckt. Wenn ich sehe, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht, werde ich auch ihm die Chance geben", so Caruso über die Zukunft des Talents.

Vorbereitung Carvalho ist die Zukunft. Was jetzt gilt ist die Vorbereitung auf die EM und die Olympischen Spiele. Da steckt Caruso mit seinem Team schon mittendrin. "Wir haben Weihnachten und Silvester durchtrainiert bis jetzt", sagt Caruso. Deswegen ging es am Sonntag nach Teneriffa. "Es ist ruck zuck April, EM-Quali. Dann machen wir noch ein vorolympisches Turnier mit, dann ist Rio. Dann kommt der Quali-Stress dazu. Da bekommt man irgendwann Lagerkoller. Deswegen ist die Abwechslung wichtig."

Erst nach den Turnieren, will der Mosbacher entscheiden, wie es mit ihm weitergeht. Caruso geht in sein viertes Jahr als Bundestrainer, ist dafür vom Landesverband freigestellt. Eine Verlängerung wäre wieder nur für diesen Zeitraum möglich. "Es macht Spaß, ich muss Olympia erstmal rumbringen und dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Da muss ich auch mit meiner Familie drüber reden."